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Trail Making Test: Die Wissenschaft der kognitiven Flexibilität & Trainingsanleitung [2026]
Erfahren Sie alles über den Trail Making Test (TMT), den klassischen neuropsychologischen Test für Verarbeitungsgeschwindigkeit und kognitive Flexibilität. Verstehen Sie die Wissenschaft dahinter und trainieren Sie Ihre Gehirnflexibilität mit unserer kostenlosen Online-Version.
Was ist der Trail Making Test?
Der Trail Making Test (TMT) ist ein neuropsychologisches Assessment, das Verarbeitungsgeschwindigkeit, visuelle Aufmerksamkeit und kognitive Flexibilität misst. Die Teilnehmer verbinden zufällig platzierte Zahlen oder Buchstaben auf dem Bildschirm so schnell und genau wie möglich.
Der Test wurde ursprünglich 1944 als Teil der Army Individual Test Battery entwickelt und später von Reitan (1958) für den klinischen Einsatz standardisiert. Heute ist er einer der am häufigsten verwendeten neuropsychologischen Tests weltweit.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Geschichte des Trail Making Tests
Der Trail Making Test wurde 1944 von der US-Armee während des Zweiten Weltkriegs entwickelt, um die kognitiven Fähigkeiten von Militärpersonal zu bewerten. Nach früher Standardisierung durch Partington & Leiter (1949) übernahm Ralph Reitan ihn 1958 als Teil der Halstead-Reitan Neuropsychological Battery und etablierte seine moderne Form.
Seit über 70 Jahren wird der TMT zum Screening auf kognitiven Abbau, Hirnverletzungen, Demenz, ADHS und andere neurologische und psychiatrische Erkrankungen eingesetzt.
Aktuelle Forschungstrends
Forschungen aus 2024-2025 haben digitale und VR-Versionen des TMT validiert. Digitale Versionen zeigen eine hohe Korrelation mit traditionellen Papier-und-Bleistift-Methoden und ermöglichen gleichzeitig standardisierte Testdurchführung und automatisierte Auswertung.
Die Wissenschaft der kognitiven Flexibilität
Kognitive Flexibilität ist die Fähigkeit, schnell zwischen verschiedenen Aufgaben oder Regeln zu wechseln. Sie ist eine Kernkomponente der Exekutivfunktion, die von Netzwerken im präfrontalen und parietalen Kortex unterstützt wird.
TMT Teil B misst spezifisch die kognitive Flexibilität. Die Aufgabe, zwischen Zahlen und Buchstaben zu wechseln, erfordert einen ständigen Wechsel zwischen zwei verschiedenen Kategorien (numerische Sequenz und alphabetische Sequenz).
Die Forschung zeigt:
- Der B-A-Score (Teil B Zeit minus Teil A Zeit) ist ein reineres Maß für kognitive Flexibilität
- Die Teil A Zeit spiegelt hauptsächlich Verarbeitungsgeschwindigkeit und visuell-motorische Fähigkeiten wider
- Kognitive Flexibilität nimmt tendenziell mit dem Alter ab, kann aber durch Training verbessert werden
- Menschen mit ADHS oder Frontallappenschädigungen zeigen oft besondere Schwierigkeiten bei Teil B
Gemessene kognitive Fähigkeiten
Verarbeitungsgeschwindigkeit
Die Fähigkeit, Informationen schnell zu verarbeiten und zu reagieren. Misst die Effizienz von visuellem Input bis zur motorischen Ausgabe.
Visuelle Suche
Die Fähigkeit, spezifische Ziele im visuellen Feld zu finden. Schnelles Identifizieren von Zielzahlen oder -buchstaben ist erforderlich.
Kognitive Flexibilität
Die Fähigkeit, schnell zwischen verschiedenen Regeln oder Aufgaben zu wechseln. Besonders wichtig für Teil B.
Motorische Geschwindigkeit
Die Fähigkeit, sich genau und schnell zwischen Zielen zu bewegen. Erfordert Hand-Auge-Koordination.
Spielanleitung
Modus auswählen
Wählen Sie Teil A (nur Zahlen) oder Teil B (Wechsel zwischen Zahlen und Buchstaben). Anfänger sollten mit Teil A beginnen.
Ziel finden
Finden Sie das nächste Ziel unter den zufällig platzierten Zahlen (und Buchstaben) auf dem Bildschirm.
Der Reihe nach antippen
Für Teil A tippen Sie 1→2→3→...→25 der Reihe nach. Für Teil B tippen Sie 1→A→2→B→3→C→...→13 in der Sequenz.
Den Pfad vervollständigen
Verbinden Sie alle Ziele so schnell und genau wie möglich. Ihre Bearbeitungszeit ist Ihr Ergebnis.
Score-Anleitung
Teil A (nur Zahlen)
| Bearbeitungszeit | Bewertung |
|---|---|
| Unter 30 Sekunden | Ausgezeichnet - Sehr schnelle Verarbeitungsgeschwindigkeit |
| 30-45 Sekunden | Gut - Überdurchschnittliche Leistung |
| 45-60 Sekunden | Durchschnittlich - Typischer Erwachsenenbereich |
| Über 60 Sekunden | Verbesserungspotenzial |
Teil B (Wechsel zwischen Zahlen und Buchstaben)
| Bearbeitungszeit | Bewertung |
|---|---|
| Unter 60 Sekunden | Ausgezeichnet - Hohe kognitive Flexibilität |
| 60-90 Sekunden | Gut - Überdurchschnittliche Leistung |
| 90-120 Sekunden | Durchschnittlich - Typischer Erwachsenenbereich |
| Über 120 Sekunden | Verbesserungspotenzial |
Individuelle Unterschiede
TMT-Ergebnisse werden erheblich von Alter und Bildungsniveau beeinflusst. Für ältere Erwachsene und Personen aus Sprachregionen, die das lateinische Alphabet nicht täglich verwenden, gelten andere Normen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre eigene Verbesserung, anstatt sich mit anderen zu vergleichen.
Tipps und Strategien
-
Das Feld zuerst überblicken - Bevor der Timer startet, verschaffen Sie sich einen allgemeinen Überblick, wo sich alle Ziele befinden. Das reduziert die Suchzeit.
-
Das nächste Ziel antizipieren - Während Sie das aktuelle Ziel antippen, nutzen Sie Ihr peripheres Sehen, um das nächste zu lokalisieren.
-
Keine Muster erwarten - Ziele sind zufällig platziert. Bleiben Sie flexibel bei Ihrer Suche, anstatt bestimmte Muster zu erwarten.
-
Genauigkeit priorisieren - Konzentrieren Sie sich auf Genauigkeit statt auf Geschwindigkeit. Falsche Taps kosten Zeit.
-
Bei Teil B verbalisieren - Das mentale (oder leise laute) Sagen von "1...A...2...B..." kann helfen, Ihren Wechsel zu glätten.
Unterschied zwischen Teil A und Teil B
| Merkmal | Teil A | Teil B |
|---|---|---|
| Inhalt | Nur Zahlen 1-25 | Zahlen 1-13 + Buchstaben A-L |
| Sequenz | 1→2→3→...→25 | 1→A→2→B→...→13 |
| Misst | Verarbeitungsgeschwindigkeit, visuelle Suche | Kognitive Flexibilität, Set-Shifting |
| Durchschnittliche Zeit | ~29-39 Sekunden | ~61-91 Sekunden |
| Gehirnregionen | Hauptsächlich parietal | Zusätzlich präfrontaler Kortex beteiligt |
Der B-A-Score (Teil B Zeit minus Teil A Zeit) wird als reineres Maß für kognitive Flexibilität verwendet und eliminiert die Effekte von motorischer Geschwindigkeit und visueller Suche.
Klinische Anwendungen
Der Trail Making Test wird in verschiedenen klinischen Umgebungen eingesetzt:
| Anwendung | Beschreibung |
|---|---|
| Demenz-Screening | Früherkennung von leichter kognitiver Beeinträchtigung und Demenz |
| Beurteilung von Hirnverletzungen | Kognitive Funktionsbewertung nach Schädel-Hirn-Trauma |
| ADHS-Evaluation | Bewertung von Aufmerksamkeit und Exekutivfunktion |
| Depressionsbewertung | Messung der kognitiven Auswirkungen von Depressionen |
| Behandlungsmonitoring | Bestätigung der Wirksamkeit von Rehabilitation oder Medikation |
Kombination mit anderen Trainings
Der Trail Making Test lässt sich gut mit anderen kognitiven Trainings kombinieren:
| Training | Fokus | Kombinationsvorteil |
|---|---|---|
| Dual N-Back | Aktualisierung des Arbeitsgedächtnisses | Umfassendes Training der Exekutivfunktion |
| Flanker-Aufgabe | Interferenzhemmung | Trainiert sowohl selektive Aufmerksamkeit als auch Flexibilität |
| Stroop-Test | Inhibitorische Kontrolle | Trainiert verschiedene Arten der kognitiven Kontrolle |
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FAQ
Q:
Zusammenfassung
Der Trail Making Test ist seit seiner Entwicklung im Jahr 1944 ein Standardwerkzeug für neuropsychologische Bewertungen. Trotz seines einfachen "Verbinde-die-Punkte"-Formats misst er mehrere wichtige kognitive Funktionen, von Verarbeitungsgeschwindigkeit bis zu kognitiver Flexibilität.
Kognitive Flexibilität, wie sie besonders durch Teil B gemessen wird, ist eine entscheidende Fähigkeit im täglichen Leben. Sie kommt ins Spiel, wenn wir mehrere Aufgaben gleichzeitig verarbeiten, uns an unerwartete Situationen anpassen und neue Problemlösungsansätze finden - Fähigkeiten, die in der modernen Gesellschaft hoch geschätzt werden.
Regelmäßiges Üben kann helfen, diese kognitiven Fähigkeiten zu erhalten und sogar zu verbessern. Beginnen Sie mit Teil A und fordern Sie sich nach und nach mit Teil B heraus.
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